Die grabenlose Kanalsanierung

Partielles Relining

Von innen sanieren statt Erde aufreißen

Der Schadenszustand unserer Kanalnetze ist teilweise besorgniserregend. Was auf dem Zeichenbrett sauber aussieht, ist häufig pure Theorie. Erfahrene Praktiker kennen dagegen die Realität unter Tage. Und die sieht in der Regel etwas anders aus. Prinzipiell stehen zwei Wege zur Wahl: Aufreißen oder von innen sanieren. Nicht in allen Fällen ist eine Reparatur von innen möglich. Ist der Schaden aber begrenzt, die Rohrsubstanz insgesamt hinreichend stabil, ist das Partielle Relining durchaus eine interessante Option. Das Verfahren des Partiellen Relinings besteht darin, eine undichte Stelle in einer Kanalhaltung mit einer glasfaserverstärkten Kunststoffmanschette abzudichten. Bauliche Voraussetzung ist, dass der Kanal über einen Schacht zugänglich ist, um die erforderlichen Spezialgeräte einführen zu können. Gearbeitet wird mit ferngesteuerten Sanierungsrobotern und Kurzlinerpackern. Mit ihnen werden maßgeschneiderte Kurzliner und Synthesefilzhüte, die man mit einem Zweikomponentenharz durchtränkt, in Hauptrohrabschnitte und Anschlussrohr-Einbindungen dauerhaft eingepresst.

Verfahrensbeschreibung

Beispiel: Sanieren einer Hausanschlusseinbindung

Vorbereitungsphase: Der Ist-Zustand wird ermittelt

Der Kanal wird vor der Befahrung gespült. Danach erfolgt die TV-Untersuchung, bei der das notwendige Bild- und Videomaterial gesammelt und ausgewertet wird. Die Zustandserfassung und Bewertung ist Grundlage für die Entscheidung, ob eine partielle Sanierung mit Kurzlinern und Hüten in Frage kommt. Der Ist-Zustand wird zur Bestandsaufnahme und Dokumentation auf DVD festgehalten.

Hauptarbeitsphase: Die Einbindung des Hausanschlusses wird saniert

Eventuelle Ablagerungen und Hindernisse werden mit dem Roboter Talpa FSR 1330 oder 2060 entfernt. Der Hausanschlussstutzen wird glatt gefräst. Der Kanal wird erneut gespült. Im Sanierungsfahrzeug wird auf Basis der Bilddaten ein passender Hutlinerpacker mit Gummihut ausgewählt. Das pneumatische Gerät wird sich später unter Luftdruck aufblähen und Hutmanschette und Kurzliner von innen an den undichten Anschlussstutzen pressen.

Die Kautschukhaut des Hutlinerpackers wird zunächst mit einem Trennmittel (zum Beispiel Melkfett) bestrichen, um sie geschmeidig zu machen. Das Melkfett verhindert zudem, dass sich Fremdmaterial mit der Gummihaut des Hutlinerpackers verbindet. Nachdem das Melkfett aufgestrichen wurde, wird der Hutlinerpacker mit einer Klarsichtschutzfolie bespannt. Der Kurzliner wird mit Kunstharz durchtränkt und auf den Rumpf des Hutlinerpackers aufmodelliert. Schwalm verwendet Harze auf Basis von Silikaten, Epoxiden oder Polyurethanen (PU). Dann wird der mit Harz präparierte Filzhut auf den Gummihut des Hutlinerpackers aufgezogen. Filzhut und Kurzliner werden mit Isolierband auf dem Hutlinerpacker fixiert.

Der Hutlinerpacker wird nun mit Hilfe des Roboters Talpa in den Kanal manövriert und unter dem Anschlussstutzen positioniert. Jetzt pumpt der Operator den Hutlinerpacker mit Hilfe von Druckluft auf und presst Hutblase und Kurzliner an die Anschlussrohrverbindung. Der Anpressvorgang wird so lange fortgesetzt, bis das Kunstharz ausgehärtet ist. Dann wird der Hutlinerpacker aus dem Kanal herausgezogen.

Abschlussphase: Qualitätskontrolle und Dokumentation

Mithilfe des Roboters Talpa und seiner Videokamera begutachtet das Sanierungsteam das Reparaturergebnis und speichert es zur Dokumentation.


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