System Schwalm: Neuartiger Verschlussstopfen für Blindanschlüsse

Ungenutzte Kanalabzweigungen, so genannte Blindanschlüsse, sind problematisch. Ihre Dichtheit ist
oft mangelhaft, so dass Umgebungswasser ins Kanalsystem eintritt. Kläranlagen bevorzugen jedoch
unverdünntes Abwasser. Hinzu kommt: Fehlschlüsse bieten Ratten ideale Behausungen – hinter den
Abzweigungen bauen sie nämlich ihre Nester. Aus Hygienegründen bedenklich. Die Schwalm-
Kanalsanierung (Bad Hersfeld) hat einen Verschlussstopfen entwickelt, der für Abhilfe sorgt. Eine
ausgeklügelte Robotik ermöglicht dabei die präzise Montage und Demontage von innen.

Die Situation: Wenn die Dichtheitsprüfung Handlungsbedarf ergibt

Das Wasserhaushaltsgesetz fordert bundesweit eine Erstprüfung aller Grundstücksentwässerungs- Leitungen bis zum 31.12.2015. Für den erfahrenen Praktiker kein Grund zu übertriebener Freude. Denn undichte Leitungen sind gang und gäbe. Im Visier liegen dabei unter anderem ungenutzte und unzureichend – oder gar nicht – verschlossene Feld- und Blindanschlüsse. Man spricht von Fehlanschlüssen. Neben den ökologisch unerwünschten Sickerverlusten führen sie, wie alle undichten Stellen, insbesondere zum Eintrag von Umgebungswasser ins Kanalnetz, wodurch die Fracht bis zu 600- fach verdünnt wird. Ein Effekt, den Klärwerke gar nicht schätzen. Denn für die Effizienz der Klärstufen ist eine bestimmte Schmutzfracht geradezu erwünscht.

Highways und Seitentüren für Ratten

Hauptleitungen dienen Ratten als schnelle Verbindungswege von A nach B. Ihre Domizile errichten sie dagegen an geschützten Stellen. Blindanschlüsse – insbesondere offene – eignen sich geradezu ideal als Nistplätze. Die Einladung ist perfekt: Ratten bauen hinter den offenen Stutzen ihre Höhlen. Auch das ein Grund, für einen soliden und dichten Verschluss zu sorgen.

Lösungskonzept: Der Verschlussstopfen für Blindanschlüsse

Die Schwalm-Kanalsanierung hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Blind- und Feldanschlüsse dicht verschließen lassen – auch nachträglich. Dabei wird ein dem Rohrdurchmesser entsprechender Verschlussstopfen durch Roboter von innen montiert, die ihn bei Bedarf auch wieder demontieren. Der Verschlussstopfen lässt sich natürlich auch manuell von außen mithilfe eines Schlüssels anbringen und entfernen. Das Verschlussstopfen-Verfahren ist geeignet für Hauptrohre mit einem Durchmesser von DN 200 bis 600 und Anschlussrohre von DN 150 bis 250. Der Verschlussstopfen hält einem geforderten Luftdruck von 0,2 bar stand. Im Labortest erzielte er einen maximalen Druckwiderstandswert von 1,5 bar.

Die erwähnten Roboter und Verschlussstopfen sind Teil eines auf die Kanalsanierung abgestimmten Produktspektrums des Herstellers Schwalm. Es besteht aus Sanierungsrobotern, Hutlinerpackern, Spezialfahrzeugen mit Steuerkonsolen für Robotik, Video-Diagnostik und Werkstatt für ferngesteuertes Fräsen, Meißeln, Spülen, Setzen von Linern und Hüten. Schwalm greift als Entwickler und Hersteller auf seine Erfahrung als Dienstleister zurück und nutzt die Arbeit vor Ort zugleich als „Entwicklungslabor“ in eigener Sache. Kanalsanierungsunternehmen aus ganz Europa nutzen die Technik von Schwalm.

Erschienen im RO-KA-TECH Journal 03/2006


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